Diese Kunst des Gerbens war fast allen Völkern in allen Erdteilen bekannt. Die Indianer der amerikanischen Prärien beherrschten sie ebenso wie die Chinesen und Inder, die Inuit im hohen Norden kannten sie wie die Völker um das Mittelmeer, die Afrikaner genauso wie die Bewohner um Nord- und Ostsee.
Die Grundzüge des einfachen Gerbens von Häuten und Fellen waren dabei im wesentlichen dieselben wie zugeben und Einarbeiten von Fetten in die Haut, Kauen der Haut (noch heute bei den Inuit) oder das Haltbarmachen durch Räuchern. Bei Urvölkern finden wir diese Urform des Gerbens noch heute. Zu Urzeiten haben dann Menschen aus waldreichen Gebieten entdeckt, dass man mit Hilfe von Rinden verschiedener Bäume unter Zusatz von Wasser Leder herstellen konnte. Und aus der frühen Antike des Mittelmeerraumes wissen wir, dass das dort in der Natur vorkommende Alaun bereits vor tausend Jahren zum Gerben verwendet worden ist.
Aus alten Inschriften und aus Überlieferungen konnte man erkennen, welche Bedeutung und welch hohen Stand die Lederherstellung sowie auch die Lederverarbeitung vieler Natur- und Kulturvölker in den vergangenen Jahrtausenden bereits erreicht hatte. Die Herstellungsverfahren von Leder entwickelten sich im Laufe der Zeiten immer mehr.
Heute kennen wir insbesondere die Vegetabilgerbung (pflanzlich) sowie die Chromgerbung (mineralisch).
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